Persönliche Situation
Für die meisten älteren Menschen kommt eine Veränderung der Wohnsituation erst dann in Betracht, wenn sie alleine nicht mehr zu Recht kommen. An erster Stelle steht dabei eine Bestandsaufnahme über die derzeitigen Umstände im Raum, welche zu den Plänen einer Veränderung führten. Im Anschluss sollte eine Liste aufgestellt werden, welche nach Prioritäten geordnet alle Wünsche berücksichtigt, die eine Veränderung im Idealfall erfüllen können soll. Man sollte sich der Aufstellung dieser Liste sehr aufmerksam widmen, da es schließlich dabei um die würdevolle Gestaltung des restlichen Lebensabendes geht, bei dem nur so viele Kompromisse eingegangen werden sollen, wie unbedingt nötig.
Bestandsaufnahme der derzeitigen Umstände
Die Bestandsaufnahme der derzeitigen Umstände sollten detailliert aufgeführt werden und auch künftig zu erwartende Entwicklungen mit einbeziehen. Dabei geht es um die Bedürfnisse der betroffenen Senioren in allen Lebensbereichen.
Die persönliche Situation prägt maßgeblich die möglichen Veränderungsmöglichkeiten. An erster Stelle steht dabei natürlich die Frage: Warum kann ich nicht mehr wie bisher alleine wohnen, alleine zurecht kommen?
Mögliche Einschränkungen können dabei sein:
körperlicher Art – Gehbehinderungen, Sehbehinderungen oder andere Einschränkungen
geistiger Art – Demenzerkrankungen, Psychische Erkrankungen
seelischer Art – Vereinsamung, Ängste (vor dem Tod oder dem Sterben, dem Alleinsein)
Welche unterstützenden Maßnahmen stehen der Person generell zur Verfügung?
Würden Hilfsmittel, Umbaumaßnahmen oder ambulante Dienste helfen, das bisherige Umfeld zu erhalten?
Wie sieht die finanzielle Situation aus, um diese Dienste zu bezahlen?
Bestehen Ansprüche auf Zuschüsse gegenüber Krankenkassen, Pflegeversicherung oder anderen Stellen?
Bestandsaufnahme der Wünsche
Nachfolgend sollte untersucht werden, wie man sich unter den gegebenen Umständen vorstellen könnte, angenehm zu leben. Dabei steht erstmals die konkrete Überlegung im Raum, welche Modelle überhaupt geeignet sein könnten.
Ist der betroffene Mensch eher rüstig und aktiv, möchte er dies sicherlich weiterhin bleiben und braucht entsprechend ein aktives Umfeld. Des weiteren ist der Standort eine Frage der Vorliebe: Soll in der gleichen Umgebung eine Wohnalternative gesucht werden oder darf es auch ein neues Umfeld sein?
Wie sehen die Vorlieben in der Ausstattung aus? Möchte man eigene Möbel behalten oder kann man auf diese verzichten? Wie wichtig sind gegebenenfalls Haustiere? Ist man bereit, finanzielle Einschränkungen auf sich zu nehmen, wenn dafür bessere Serviceleistungen angeboten werden?
Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist, ob man alleine lebt oder mit einem Lebenspartner zusammen? Wie sehen die Ansprüche und Bedürfnisse des Partners aus? Wie eng ist der Kontakt zu Familienangehörigen bzw. wohnen diese in der Nähe der bisherigen oder künftigen Wohnstätte? Des weiteren sollte auch berücksichtigt werden, wie sich der bisherige Kontakt zu Freunden und Bekannten gestaltete und ob dies beibehalten oder auch vertieft werden soll.
Ein nachfolgender Vergleich von Bedürfnissen, Wünschen und den daraus resultierenden Wohnmodellen erleichtert bereits im Vorfeld die Auswahl. Wer durch die persönlichen Umstände in der jüngeren Vergangenheit kaum mehr das Haus verlassen konnte und dadurch Vereinsamung empfand, wünscht sich eventuell wieder mehr Kontakte zu anderen Senioren knüpfen und oder auch Kulturangebote in Anspruch nehmen zu können. Dies kann bei entsprechender Einschränkung in einem Betreuten Wohnen oder einer Seniorenwohnung nicht gewährleistet werden, stattdessen jedoch in einem Altenheim im Angebot sein.
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